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Analyse des Werkes "Tod in Venedig" von Thomas MannSkriv ut Utskrift
Analyse af roman.
Tysk - Analyse/tolkningForfatter:

Der Tod in Venedig

1. Feinanalyse der Seiten 9-13

Die Seiten 9-13 handeln von einem Spaziergang des Protagonisten Gustav von Aschenbach durch München an einem Nachmittag im Mai 19**. Um an der frischen Luft Kraft für die Arbeit zu tanken und Zerstreuung zu suchen, spaziert dieser durch München, wobei er auf einem Friedhof einem Fremden begegnet, der bei Aschenbach Fernweh auslöst.

Diese erste Textpassage des Buches ist in einer extremen Hypotaxe geschrieben (S. 12: „So – und vielleicht trug sein erhöhter und erhöhender Standpunkt zu diesem Eindruck bei – hatte seine Haltung etwas herrisch Überschauendes, Kühnes oder selbst Wildes; denn sei es, dass er, geblendet, gegen die untergehende Sonne grimassierte oder dass es sich um eine dauernde physiognomische Entstellung handelte: seine Lippen schienen zu kurz, sie waren völlig von den Zähnen zurückgezogen, dergestalt, dass diese bis zum Zahnfleisch bloßgelegt, weiß und lang dazwischen hervorbleckten.“) und wirkt auch durch die vielen Informationen in einem Satz verwirrend, präzisiert aber die Aussagen des Erzählers.

Schon auf diesen ersten Seiten sind klare Wortfelder zu erkennen. Es handelt sich hierbei um die Wortfelder Ordnung (S. 9: amtlich, Prinz-Regentenstraße, Genauigkeit des Willens etc) und Tod (S.10: Kreuze, Gedächtnistafeln, Monumente, unbehaustes Gräberfeld, Aussegnungshalle, Abglanz, scheidenden Tages, griechischen Kreuze, apokalyptischen Tiere, etc). Worte, die die Ordnung betreffen deuten auf Aschenbachs Charakter hin, während die Todesmetaphorik den weiteren Verlauf der Novelle andeutet. Auf den Seiten 12 und 13 (S.12: Hatte sine Haltung etwas herrisch Überschauendes, Kühnes oder selbst Wildes...“; S.13: „ ... ein jugendlich durstiges Verlangen in die Ferne...“) wird dann auch angedeutet, dass der Protagonist sich einer charakterlichen Wandlung unterziehen wird.

Die Antithese in der Begegnung Aschenbachs mit dem fremden Reisenden auf dem Friedhof gibt den ersten Hinweis auf die themengebende Antithese des ganzen Buches, nämlich den Gegensätzen Aschenbach >< der Fremde >> Heimat >< Ferne >> Norm/Gesellschaftliche Ordnung >< Individualität, Gefühl.

 

2. Charakteristika von Aschenbach, Tadzio, dem Erzähler

 

a) Charakteristik Achenbachs

Die Charakteristik Aschenbachs ist in zwei Teile zu teilen:   - Vor seiner Wandlung

- Nach seiner Wandlung

Aussehen (S. 29):

Gustav von Aschenbach war etwas unter Mittelgröße, brünett, rasiert. Sein Kopf erschien ein wenig zu groß im Verhältnis zu der fast zierlichen Gestalt. Sein rückwärts gebürstetes Haar, am Scheitel gelichtet, an den Schläfen sehr voll und stark ergraut, umrahmte eine hohe, zerklüftete und gleichsam narbige Stirn. Der Bügel einer Goldbrille mit randlosen Gläsern schnitt in die Wurzel der gedrungenen, edel gebogenen Nase ein. Der Mund war groß, oft schlaff, oft plötzlich schmal und gespannt; die Wangenpartie mager und gefurcht, das wohlausgebildete Kinn weich gespalten.

 

Aschenbach vor dem Entschluss auf Reisen zu gehen:

Gustav von Aschenbach, der Sohn eines Beamten (S. 9: „Gustav Aschenbach war also zu L., einer Kreisstadt der Provinz Schlesien, als Sohn eines höheren Justizbeamten geboren.“), hat von seiner Familie väterlicherseits „dienstlich nüchterne Gewissenhaftigkeit“ geerbt, während er von der Familie seiner Mutter die „feurigeren Impulse“ die einen „Künstler und diesen besonderen Künstler“ entstehen lassen geerbt hat. So ist er sehr diszipliniert, kennt keine Faulheit (S. 20: „So, schon als Jüngling von allen Seiten auf die Leistung – und zwar die außerordentliche – verpflichtet, hatte er niemals den Müßiggang, niemals die sorglose Fahrlässigkeit der Jugend gekannt.“) und genießt nicht gern (S. 79: „ Aschenbach liebte nicht den Genuss.“). Diese Diszipliniertheit und „Vermählung dienstlich nüchterner Gewissenhaftigkeit mit dunkleren, feurigeren Impulsen“ (S. 19 u.) verschafft ihm frühen Ruhm und schon bald ist sein Schaffen und Wesen auf den Ruhm eingestellt (S.20: „Beinahe noch Gymnasiast besaß er einen Namen.“ ; „Da sein ganzes Wesen auf Ruhm gestellt war,...“). Aber auch seine Willensdauer und sein Durchhaltevermögen (S.21: „Aber sein Lieblingswort war durchhalten.“ S.22: „... weil ihr Schöpfer mit einer Willensdauer und Zähigkeit...“) tragen stark dazu bei. Er lebt sein Leben sehr streng, was sowohl Leistung als auch Moral betrifft (S.20: „Sehen Sie, Aschenbach hat von jeher nur so gelebt’ – und der Sprecher schloss die Finger seiner Linken fest zur Faust“), aber da weder sein Geist noch Körper für dieses Leben robust genug sind (S.21: „ Das traf zu; und das Tapfer-Sittliche daran war, dass seine Natur von nichts weniger als robuster Verfassung und zur ständigen Anspannung nur berufen, nicht eigentlich geboren war.“) erkrankt er des öfteren. Da Aschenbach der Meinung ist, dass das Alter die Fähigkeit bringt „auf allen Stufen des Menschlichen charakteristisch fruchtbar zu sein“ (S.21 u.), wünscht er sich alt zu werden (S.21: „Auch wünschte er sich sehnlichst, alt zu werden, ..“).

 

Aschenbach nach dem Entschluss auf Reisen zu gehen:

Nach der Begegnung mit dem Fremden auf dem Friedhof regt sich in Aschenbach die Reiselust und das Fernweh (S.13: „Es war Reiselust, nichts weiter..“). Er gibt dem Fernweh nach und beschließt, ans Mittelmeer zu fahren. Schließlich reist er nach Venedig und trifft dort den vierzehnjährigen Tadzio, in den er sich verliebt (S.50: „Mit Erstaunen bemerkte Aschenbach, dass der Knabe vollkommen schön war.“ ; S.128: „Wie irgendein Liebender wünschte er, zu gefallen und empfand bittere Angst, dass es nicht möglich sein möchte.“). Konfrontiert mit dem Alter des Jungen, beginnt Aschenbach das Alter und seine Folgen zu hassen (S.128: „Angesichts der süßen Jugend, die es ihm angetan, ekelte ihn sein alternder Leib; ... Es trieb ihn, sich körperlich zu erquicken und wiederherzustellen; er besuchte häufig den Coiffeur des Hausen.“). So geht er zum Friseur des Hotels und lässt sich schminken etc. um jünger und jugendlicher zu wirken. Seine fanatische Liebe zu Tadzio treibt ihn sogar soweit, den geliebten Jungen durch Venedig zu verfolgen (S. 131: „Auf den Spuren des Schönen hatte Aschenbach sich eines Nachmittags...“ S.104: „So wusste und wollte denn der Verwirrte nichts anderes mehr, als den Gegenstand, der ihn entzündete, ohne Unterlass zu verfolgen, von ihm zu träumen, wenn er abwesend war...“). Er verfolgt diese Liebe mit Leidenschaft (S.109: „... denn die Leidenschaft lähmt den wählerischen Sinn..“) und ändert seinen Lebensstil vollends. So ist er in Venedig zufrieden (S.76: „Aschenbach blickte hinaus, die Hände im Schoß gefaltet, zufrieden, wieder hier zu sein, kopfschüttelnd unzufrieden über seinen Wankelmut.“) und kann endlich entspannt leben (S.21: „’niemals so’ – und er ließ die geöffnete Hand bequem von der Lehne des Sessels hängen.“ ; S.77: „Dann hob er den Kopf und beschrieb mit beiden schlaff über die Lehne des Sessels hinabhängenden Armen eine langsam...“).

 

b) Charakteristik Tadzios

Aussehen (S.50, 51,83):

... und ein langhaariger Knabe von vielleicht vierzehn Jahren. ... Sein Antlitz, bleich und anmutig verschlossen, von honigfarbenem Haar umringelt, mit der gerade abfallenden Nase, dem lieblichen Munde. ... Wie ein Dornauszieher lockte es (das Haar) sich in die Stirn, über die Ohren und tiefer noch in den Nacken. ... Die Sonne erleuchtete den Flaum des oberen Rückgrats, die feine Zeichnung der Rippen, das Gleichmaß der Brust traten durch die knappe Umhüllung des Rumpfes hervor.

 

 

Tadzio:

Der vierzehnjährige Tadzio ist nicht nur schön, sondern auch sehr wohlerzogen (S.82: „Man rief den Knaben, einen Gast zu begrüßen, der den Frauen bei der Hütte aufwartete; er lief herbei, lief nass vielleicht aus der Flut.“) und liebenswürdig (S.82: „... hatte er eine reizende Drehung und Wendung des Körpers, anmutig spannungsvoll, verschämt aus Liebenswürdigkeit...“), obwohl die Strenge seiner Mutter scheinbar nur auf seine Schwestern angewendet wird (S.50: „Gewiss, es war eine Mutter, die hier waltete, und sie dachte nicht einmal daran, auch auf den Knaben die pädagogische Strenge anzuwenden.“). Auch seine Haltung drückt seine Wohlerzogenheit aus (S.51: „... in einer Haltung von lässigem Anstand und ganz ohne die fast untergeordnete Steifheit, an die seine weiblichen Geschwister gewöhnt schienen.“) und da er „gefallsüchtig aus adeliger Pflicht“ ist (S.82 u.), ist er auch bei anderen Kindern sehr beliebt (S.62: „Offenbar war er begehrt, umworben, bewundert.“).

 

c) Charakteristik des Erzählers

Der allwissende und kommentierende Erzähler in „Der Tod in Venedig“ gebraucht Aschenbach am Anfang des Buches aber auch fortlaufend als Sprachrohr für sein Kunst- und Künstlerverständnis (S.86: „Glück des Schriftstellers ist der Gedanke, der ganz Gefühl, ist das Gefühl, das ganz Gedanke zu werden vermag.“ ; S.89: „Wer enträtselt Wesen und Gepräge des Künstlertums! Wer begreift die tiefe Instinktverschmelzung von Zucht und Zügellosigkeit, worin es beruht!“), distanziert sich aber später von dem falsch jugendlichen Aschenbach, indem er, statt Aschenbach bei seinem Namen zu nennen, ihm unpersönliche Namen gibt wie z.B. der Einsame (S.107), der Verwirrte (S.104), der Verliebte (S.132) oder der Berückte (S.131).

 

3. Herausarbeitung und Deutung folgender Antithesen

 

a) Alt >< jung:

Die Antithese Alt >< jung wird von Aschenbachs veränderten Einstellung zum Alter[1], den bizarren jugendlichen Greis auf der Reise nach Venedig (S.34: „Einer, in hellgelbem, übermodisch geschnittenem Sommeranzug, roter Krawatte und kühn aufgebogenem Panama, tat sich mit krähender Stimme an Aufgeräumtheit vor allen andern hervor. Kaum aber hatte Aschenbach ihn genauer ins Auge gefasst, als er mit einer Art von Entsetzen erkannte, dass der Jüngling falsch war. Er war alt, man konnte nicht zweifeln.“) und den sehr jungen Tadzio verdeutlicht. So wünscht Aschenbach sich erst das Alter um sich dann nach der Begegnung mit Tadzio vor seinem eigenen Alter und dessen Folgen zu ekeln. Und wo Aschenbach den falschen Jüngling zuerst verachtet, weil alt und jung so starke Gegensätze sind, die zusammen nicht funktionieren (dürfen), begeht er später die gleiche Handlung wie der falsche Jüngling, indem er seine Haare färbt, sich die Gesichtshaut auffrischen lässt, etc. Die Antithese Alt >< jung spiegelt die Einstellung des Superegobestimmten Aschenbach wider und zeigt den großen Konflikt zwischen dem alten und dem neuen Aschenbach.

 

b) Apollinische Welt >< Dionysische Welt:

Die Antithese Apollo >< Dionysos unterstreicht die Wandlung Aschenbachs vom Superegodominierten zum Iddominierten Menschen. Sie beinhaltet u.a. die Antithese Selbstgewissheit >< Selbstvergessenheit und stellt so die Wandlung Aschenbachs sehr treffend dar. Wo er sich vorher seiner Selbst sehr gewiss war (S. 13: „... Ein Gefühl, so lebhaft, so neu oder doch so längst entwöhnt und verlernt, dass er, die Hände auf dem Rücken und den Blick am Boden, gefesselt stehen blieb, um die Empfindung auf wesen und Ziel zu prüfen. Es war Reiselust, nichts weiter;“) wirkt er später in Venedig sehr selbstvergessen. Er bleibt seinem alten Ich nicht mehr treu (z.B. amt er später den falschen Jüngling unbewusst nach). Deutlich wird die Antithese Apollo >< Dionysos auf den Seiten 89 („Als Aschenbach seine Arbeit verwahrte und vom Strande aufbrach, fühlte er sich erschöpft, ja zerrüttet, und ihm war, als ob sein Gewissen wie nach einer Ausschweifung Klage führe.“) und 126 („Groß war seine Abscheu, groß seine Furcht, redlich sein Wille, bis zuletzt das Seine zu schützen gegen den Fremden, den Feind des gefassten und würdigen Geistes.“).

 

c) Künstler >< Bürger:

Diese Antithese zeigt den Konflikt zwischen dem Leben/Alltag der Bürger und dem der Künstler (S. 105: „ Aber freilich, was hätten sie zu seinem ganzen Leben gesagt, das von dem ihren so bis zur Entartung abgewichen war, zu diesem Leben im Banne der Kunst, über das er selbst einst, im Bürgersinne der Väter, so spöttische Jünglingserkenntnisse hatte verlauten lassen und das dem ihren im Grunde so ähnlich gewesen war! Auch er hatte gedient, auch er war Soldat und Kriegsmann gewesen, gleich manchem von ihnen, -- denn die Kunst war ein Krieg, ein aufreibender Kampf, für welchen man heute nicht lange taugte.“). Zwar werden beide als ein Kampf dargestellt, jedoch auf verschiedenen Ebenen, nämlich der körperlichen Ebene im bürgerlichen Leben und der geistigen im Leben des Künstlers.

 

d) Id >< Superego:

Die Antithese Id >< Superego unterstreicht die Wandlung Aschenbachs vom Vernunftbestimmten zum Gefühlsbestimmtem Künstler, die durch seine Midlifecrisis (Aschenbach ist um die 50 Jahre alt) und der Begegnung mit dem Reisenden ausgelöst wird. So hat er vorher sehr streng und diszipliniert gelebt (S.20: „’Sehen Sie, Aschenbach hat von jeher nur so gelebt’ – und der Sprecher schloss die Finger seiner Linken fest zur Faust.“) um durch seine Verliebtheit in Venedig sich ganz von seinen Gefühlen leiten zu lassen (S. 109: „... denn die Leidenschaft lähmt den wählerischen Sinn.“).

 

e) Spontaneität >< Routine:

Auch diese Antithese verdeutlicht die Wandlung Aschenbachs sehr. Deutlich wird das auf den Seiten 15 („ ... hatte sein äußeres Dasein sich fast ausschließlich auf die schöne Stadt, die ihm zur Heimat geworden, und auf den rauen Landsitz beschränkt, den er sich im Gebirge errichtet und wo er die regnerischen Sommer verbrachte.“) und 31 („... ein Zug seines Innern, ihm war noch nicht deutlich, wohin, beunruhigte ihn, er studierte Schiffsverbindungen, er blickte suchend umher, und auf einmal, zugleich überraschend und selbstverständlich, stand ihm sein Ziel vor Augen.“). Wo Aschenbach früher Sommer für Sommer zu seinem Landsitz gefahren ist, beschließt er spontan ans Mittelmeer zu fahren, ist an der Adria aber nicht zufrieden und fährt darauf hin nach Venedig. Die Antithese Routine >< Spontaneität ist ein deutlicher Teil Aschenbachs Wandlung.

 

4. Verdeutlichung folgender Leitmotive

 

a) Todesmotiv:

Das Todesmotiv im Buch wird sehr oft wiederholt (S.10: Kreuze, Gräberfeld, Aussegnungshalle, apokalyptische Tiere; S.41: Tod, Bahre, sargschwarz, mattschwarz, Särge; S.103: schwarze Kissen, schwarze geschnabelte Barke ; S.112: brutal, verwegen, Grimassen) und deutet so den Tod des Protagonisten an.

 

b) Reisemotiv:

Am Anfang der Novelle, aber auch zu der Zeit, wo Aschenbach versucht aus Venedig zu „fliehen“, gebraucht Thomas Mann oft Wortfelder die das Reisen symbolisieren und unterstreicht dadurch auch Aschenbachs eigene Unsicherheit und Unbeständigkeit, was seine Gefühle zu Tadzio betrifft.

 

c) Wetter:

Das Wetter begleitet Aschenbachs Stimmung durch die ganze Novelle hindurch. Ist Aschenbach z.B. aufgeregt wegen Tadzio, ist es warm und schwül. Fühlt er sich unwohl, ist es dagegen entweder schwül oder ruhig, fast stumpf. Durch das Wetter bringt Thomas Mann zum Ausdruck, wie Aschenbach sich fühlt, ohne direkt in Aschenbachs Gedanken zu schreiben.

 

d) Bart:

Der Bart als Leitmotiv teilt die beteiligten Personen in jung und alt, wobei die jungen Personen (und Aschenbach) keine Bärte tragen (S.11: „Mäßig hochgewachsen, mager, bartlos und auffallend stumpfnäsig, gehörte der Mann zum rothaarigen Typ...“ ; S.35: „ Das matte Karmesin der Wangen war Schminke, das braune Haar unter dem farbig umwundenen Strohhut Perücke, sein Hals verfallen und sehnig, sein aufgesetztes Schnurrbärtchen und die Fliege am Kinn gefärbt...“ ; S.43: „Seine Gesichtsbildung, sein blonder, lockiger Schnurrbart unter der kurz aufgeworfenen Nase...“ ; S.112: „Sein bleiches, stumpfnäsiges Gesicht, aus dessen bartlosen Zügen schwer auf sein Alter zu schließen war,...“). Der Bart und damit das Alter sind negativ, obwohl auch bartlose Figuren wie z.B. der Bettelsänger in Venedig zwar als begabt aber dennoch als negativ dargestellt werden.

 

5. Deutung folgender Symbole

 

a) Schwimmen, Wasser:

Das Schwimmen und generell das Wasser symbolisieren das Loslassen, Loslösen vom Festland aber auch vom Alten (S.35: „In diesem Augenblick jedoch berührte ihn das Gefühl des Schwimmens, und mit unvernünftigem erschrecken aufsehend, gewahrte er, dass der schwere und düstere Körper des Schiffes sich langsam vom gemauerten Ufer löste.“ ; S.42: „ Aschenbach blickte auf, und mit leichter Befremdung gewahrte er, dass um ihn her die Lagune sich weitete und seine Fahrt gegen das offene Meer gerichtet war.“). Dieses Loslassen bedeutet für Aschenbach Veränderung aber auch Unsicherheit.

 

 

b) Sumpf:

Der Sumpf (S.14: „... er sah, sah eine Landschaft, ein tropisches Sumpfgebiet...“ ; S.119: „Erzeugt aus den warmen Morästen des...“) symbolisiert am Anfang des Buches den ersten Durchbruch des Ids (S.14: „... sah aus geilem Farrengewucher...“) in Aschenbachs Bewusstsein und später zeigt er, dass die Wandlung vollzogen und das Id jetzt öffentlich, durch die Wanderung der Cholera symbolisiert, ist.

 

c) Cholera:

Die Cholera in Venedig (erstmals erwähnt S. 101: „.. der Geruch der erkrankten Stadt..“) symbolisiert Aschenbachs Wandlung und zeigt durch ihren Ausbruch die Vollendung dieser Wandlung. Die Ausbreitung der Cholera verläuft parallel zu Aschenbachs Wandlung, indem sie zuerst als Geheimnis versteckt wird (S.107: „Warum man denn eigentlich, fragte der Gast in lässiger und beiläufiger Weise, warum in aller Welt man seit einiger Zeit Venedig desinfiziere? – Es handelt sich um eine, antwortete der Schleicher, um eine Maßnahme der Polizei, bestimmt allerlei Unzuträglichkeiten oder Störungen der öffentlichen Gesundheit...“), dann jedoch mit dem Fortschreiten der Krankheit immer offensichtlicher und öffentlicher wird um schließlich öffentlich bekannt gegeben zu werden (S.119: „Seit mehreren Jahren schon hatte die indische Cholera eine verstärkte Neigung...“). Gleichzeitig wird Aschenbach sich seiner Liebe zu dem Jüngling Tadzio bewusst. Sein Tod, durch die Cholera hervorgerufen, zeigt das Ende seines Leidens, nachdem der Geliebte abgereist ist.

 

d) Venedig:

Die Stadt Venedig bedeutet für Aschenbach die Entfaltung seines Ids und damit die Entfaltung seiner Liebe. So symbolisiert Venedig zum einen das Sumpfgebiet seines Ids (S.67: „ Eine widerliche Schwüle lag in den Gassen; die Luft war so dick, dass die Gerüche...“) und zum anderen das Labyrinth seines Bewusstseins in dem er sich zurechtfinden muss, bis er sich seiner Liebe zu Tadzio bewusst wird. Die Stadt symbolisiert aber auch den Tod, durch die Cholera hervorgerufen.

 

e) Erdbeeren:

Erdbeeren, von jeher ein Symbol für Erotik, symbolisieren auch in diesem Buch die Erotik, die Liebe von Aschenbach zu Tadzio (S.63: „Und dann frühstückte er große, vollreife Erdbeeren, die er von einem Händler erstand.“ ; S.133: „Vor einem kleinen Gemüseladen kaufte er einige Früchte, Erdbeeren, überreife und weiche Ware...“), zumal Aschenbach jedes Mal, bevor er Erdbeeren ist, in Tadzios Nähe war.

 

6. Notiere, wie der Erzähler im Laufe der Handlung den Protagonisten Aschenbach bezeichnet. Was sagen diese Bezeichnungen über die Einstellung des Erzählers zu Aschenbach aus?

 

Der Einsame (S. 107,86,112), Berückte (S.131), Verliebte (S.132), Verwirrte (S.104), Enthusiasmierte (S. 85), Heimgesuchte (S.87), Grauhaarige (S.116), Meister (S.133).

Durch diese Bezeichnungen Aschenbachs distanziert sich der Erzähler zusehends von Aschenbach. Je mehr das Id in Aschenbach zur Erscheinung kommt, desto öfter bezeichnet der Erzähler Aschenbach als den Verliebten, Verwirrten etc. Der Erzähler kann die vollkommende Wandlung Aschenbachs zwar gutheißen, nicht aber seine fanatische Verliebtheit in den Jungen, die Aschenbach soweit bringt, sich lächerlich zu machen.

 

7. Kernstellen des Textes

 

Die wichtigen Kernstellen des Textes beziehen sich auf Aschenbach und auch Manns Kunst- und Künstlerverständnis, aber auch auf die Liebe und das menschliche Wesen. Auf den Seiten 48 („Einsamkeit zeitigt das Originale, das gewagt und befremdend Schöne, das Gedicht. Einsamkeit zeitigt aber auch das Verkehrte.“), 54 („... geheimnisvolle Verbindung, welche das Gesetzmäßige mit dem Individuellen eingehen müsse, damit menschliche Schönheit entstehe...“), 86 („Glück des Schriftstellers ist der Gedanke, dar ganz Gefühl, ist das Gefühl, das ganz Gedanke zu werden vermag.“), 89 („ Wer begreift die tiefe Instinktverschmelzung von Zucht und Zügellosigkeit, worin es beruht!“), 94 („Denn der Mensch liebt und ehrt den Menschen, solange er ihn nicht zu beurteilen vermag, und die Sehnsucht ist ein Erzeugnis mangelnder Erkenntnis.“) und 123 („... aber wer außer sich ist, verabscheut nichts mehr als wieder in sich zu gehen.“) wird dies verdeutlicht.

 

8. Thema und Gesamtdeutung

Thema der Novelle „Der Tod in Venedig“ ist die Veränderung eines Menschen, die daraus zeugenden Erkenntnisse und das Kunstverständnis des Verfassers. So scheinen durch Aschenbach immer wieder Verfasserbemerkungen zum Thema Schriftstellerglück und -gabe durch. Er macht deutlich, dass Literatur nur lebendig sein kann, wenn sie Gefühle beinhaltet. Eine solche Literatur zu vollbringen, bedeutet dann aber auch selbst mit Gefühl zu schreiben. Thomas Mann verarbeitet in diesem Werk aber auch seine eigene Homosexualität und sein eigenes Künstlerdasein. Er bringt zum Ausdruck, was es bedeutet zu schreiben, aber auch was es bedeutet sich nach seinen Gefühlen und Ängsten zu richten und dabei gegen die Norm zu verstoßen.

Dieser Text enthält etwa 3.100 Wörter


[1] Siehe auch unter Aschenbachs Charakteristika


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